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| Deutschland im Mai... |
Die politische Situation nach 1945
hat den Wirkungskreis der "Sing-Akademie zu Berlin" in der geteilten Stadt wesentlich eingeschränkt:
Nach 1961, dem Jahr des Mauerbaus, war, bedingt durch die geographische Lage des damaligen Probenortes, die Fortführung der Proben- und Konzerttätigkeit zunächst lediglich im Westteil der Stadt möglich.
Um die künstlerische Tradition dieses ältesten deutschen gemischten Chores
auch in der DDR bewahren und fortführen zu können, gründete der international
renommierte Dirigent Helmut Koch 1963, parallel zur
in Berlin (West) fortbestehenden "Sing-Akademie
zu Berlin" die Berliner Singakademie im Ostteil
der Stadt:
Etwa 400 Anmeldungen
folgten dem Gründungsaufruf.
In Vorsingen, abgenommen durch Sänger der Solistenvereinigung des Berliner
Rundfunks, die dann als Stimmbildner arbeiteten, Prof. Koch und seinem Vizedirektor
Heinrich Moser (stellv. Chordirektor der Staatsoper) wurden ca. 100 SängerInnen
ausgewählt, die nach ausgiebiger Arbeit an A-cappella-Literatur, im Dezember
1963 ihr erstes von vier nichtöffentlichen Konzerten gaben, um schließlich
am 31. Mai 1964 um 11 Uhr in der Deutschen Staatsoper zum ersten
öffentlichen Konzert der Berliner Singakademie einzuladen.
Probenzeit war dienstags und freitags von 19 bis 22 Uhr in den Räumen der Deutschen Staatsoper Unter den Linden, in denen auch die Mehrzahl der Konzerte stattfanden. Von Anfang an entwickelte sich eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit vielen Solisten der Oper sowie der Staatskapelle Berlin, wurde die Singakademie vom Intendanten der Staatsoper Prof. Dr. Pischner gefördert.
Aber auch die anderen Orchester im Ostteil der Stadt, v. a. das Kammerorchester Berlin (Musiker des ehemaligen RSO), halfen der Berliner Singakademie ihre künstlerischen Ziele im Laufe der Jahre immer besser verwirklichen zu können.
Durch das 1984 wiedereröffnete Schinkelsche Schauspielhaus am Gendarmenmarkt als Konzertstätte, erhielt auch die Berliner Singakademie neue Möglichkeiten für ihre künstlerische Arbeit und Ausstrahlung.
Bis heute finden ihre Konzerte vorwiegend in diesem Hause statt.
Gemeinsam mit den Berliner Orchestern widmet sich die Berliner Singakademie der Pflege oratorischer Kompositionen des 17. bis 20. Jahrhunderts und kann auf ein ausgesuchtes Repertoire und eine sehr erfreuliche Resonanz verweisen.
1990 eröffneten sich neue, veränderte Möglichkeiten jetzt auch für die Berliner Singakademie. Eine Erweiterung des Repertoires wurde möglich. Waren es vorher Konzertreisen nach Polen, in die ehemalige Tschechoslowakei und in die ehemalige UdSSR, so konnten die Chorsänger nun an Singwochen, Chorfestivals in ganz Europa, Israel, Asien und Südamerika teilnehmen.
Die Berliner Singakademie ist Mitglied des Verbandes Deutscher Konzertchöre und der Europäischen Vereinigung Junger Chöre (Europa cantat).
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